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Die Exkursion zur Erinnerungsstätte „Notaufnahmelager Marienfelde“ fand im Rahmen der Unterrichtseinheit „Migration in der Geschichte“ statt.

Das Aufnahmelager wurde 1953 gegründet und bis 1990 war es Anlaufstelle für ca. 1,35 Millionen Menschen aus der DDR - Flüchtlinge, Ausgereiste oder Freigekaufte. Nach 1990 kamen zunächst so genannte (Spät-)Aussiedler aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach Marienfelde.

Um auch die aktuelle Situation des heute bestehenden Übergangswohnheims für Flüchtlinge und Asylbewerber kennen zu lernen, bestand der Besuch aus zwei Teilen. Zuerst erforschten die Schülerinnen und Schüler einzelne historische Aspekte zum Notaufnahmelager, im zweiten Teil fand ein Interview mit der Leiterin des Übergangswohnheims Frau Sternal und ein anschließender Rundgang über das Gelände statt.

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des „Notaufnahmelagers“ erkundeten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen einzelne Themenräume, die die Aspekte „Gründe zu gehen“, „Wege in den Westen“, „Das Notaufnahmeverfahren“, “Das Leben im Aufnahmelager“, „Im Westen angekommen“ behandelten. Anschließend stellten sie diese Themenräume ihren Mitschülern in einer jeweils etwa zehnminütigen Führung unter Einbeziehung einzelner Ausstellungsobjekte vor.

Das heutige „Übergangswohnheim“ vom Trägerverein „Internationaler Bund“ im Auftrag des Senats genutzt. Zur Zeit leben hier ca. 500 Menschen, die Hälfte ist unter 18 Jahren. Es sind Menschen unterschiedlicher Herkunft, aus Tschetschenien, Afghanistan, Iran, Irak, Vietnam. Den größten Teil stellen Roma aus Serbien. Die Zeit, in der die Menschen auf die Entscheidung über ihren Asylantrag warten – die meisten werden abgelehnt, leben die Familien im Übergangswohnheim. Die Kinder erhalten hier Schulunterricht in eigens für sie eingerichteten Räumen.

Der Besuch im Aufnahmelager wurde von den Schülerinnen und Schülern als sehr intensiv und interessant eingeschätzt. Insbesondere die didaktische Aufarbeitung des Themas „Flucht aus der DDR“ mittels verschiedener Themenräume, die Möglichkeiten sich diese selbständig zu erschließen und anschließend das Erfahrene als „Experten“ an die Mitschüler weiterzugeben, kam gut an. Das abschließende Interview zur aktuellen Situation stellte dann einen gelungenen Bezug zur Gegenwart her.

Mit dem Profilkurs PW ist bereits der nächste Besuch vorgesehen.