ICH Weimar,
DU Schädel?
Die Stadt WEIMAR hat alles: von eigener Republik über
Bratwurst bis zum Weltkulturerbe – und Philosophen hat die Stadt natürlich
auch! ICH war dort und bin KEIN
Lehrer!
Von Christopher Wyczisk
Abenteuer- und Entdeckerlust treiben eine hoch gebildete Gruppe Berliner
Schüler Anfang April 2008 in eine fremde, unbekannte Welt. Der Weg unserer
Expedition führt weiter und weiter, bis in ein Bundesland, welches Thüringen
genannt wird.
Wir abenteuerlustigen 12.Klässler kennen nur ein Ziel – die sagenumwobene
Stadt WEIMAR, eine vergoldete Ruhmeshalle
vergangenen Wissens. Bei unserer Ankunft bereits schlägt die Kultur dieses
Ortes auf alle Gemüter; ganze Straßen duften nach toten Dichtern und
Philosophen, nach Rostbratwurst, Kultur
und aufgeklärter Freiheit. Es ist schon spannend, auf den Pfaden des großen
weimarschen Denkers Goethe zu wandeln. Glaubt man den kleinen, viereckigen
Schildern an den alten Häuserwänden, muss Goethe seinerzeit in wirklich jedem
Haus gewesen sein (was er da wohl gemacht hat?!). Es ist schon faszinierend,
wie diese Siedlung einst Wohnraum der größten Denker vergangener Jahre war.
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Steht man dort – vielleicht mit einer Bratwurst in der einen, dem
Begleitmaterial der Lehrerin in der anderen Hand – kann man sich vielleicht
beim Anblick des Hauses von Goethe oder des Hauses von Schiller in die
damalige Atmosphäre hineinversetzen. Es kann sein, dass man „Faust” genau
hier und nirgendwo anders richtig verstehen kann?
„Mit dem Wissen wächst der
Zweifel.”
- Goethe - |
Lieber Leser, stellt dir vor, du steht in dieser kleinen, alten, dörflichen
Stadt der großen Geschichte, stell dir vor, du stehst vor den Häusern der
bedeutenden Denker. Es ist etwas Magisches, das diesen Ort umgibt, den Ort,
der mit seinen geistigen Werken einst unzählige Menschen beeinflusste und
noch in unserer Zeit fasziniert.
Es gibt neben gesicherten Fakten natürlich auch viele Legenden um diesen
Ort; zum Beispiel die Frage, wohin der Schädel
Schillers, der des
außerordentlichen Theaterdichters natürlich, verschwunden ist, beschäftigt
heute die Wissenschaft. Nicht, dass diese nur nach einem alten, zerfallenen
Kopf sucht; NEIN, sie sucht ein Relikt, ein Kleinod der vergangenen Zeiten!
Was man mit dem Schädel will, wenn man ihn
hat, weiß allerdings noch keiner...
ABER das ist bei einer Suche ja auch nicht entscheidend...
„Komm rein and find out and find the Schädel”, so oder
ähnlich hieß die Maxime meiner abenteuerlichen Gruppe – könnte man
meinen. Die Tatsache, dass
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die meisten Berühmtheiten dieser Stadt zwar nicht in
WEIMAR geboren wurden, jedoch hier zu sterben
pflegten, war nicht der Auslöser unserer Schädelsuche. Unser Interesse wurde
viel eher dadurch geschürt, dass uns selbst im fernen Berlin die Legende um den
Schiller-Schädel erzählt wurde. Allerdings: Wir fanden ihn auch nicht, den
echten.
Da wir jetzt von Berlin aus schreiben, ist es an der Zeit, von der
schönsten Jugendherberge in WEIMAR zu
schreiben. Ich könnte das berühmte Hotel Elephant
meinen, mein ich aber nicht! Wir Berliner entschieden uns gegen das Tierische
und zogen in das einheimische Jugendhaus. In den schönen, großen Zimmern
kommt man sich wirklich näher!
Nun lässt sich sagen, was jedem bereits vor der Expedition klar war:
WEIMAR
ist toll! Und wenn ihr glaubt, diese Stadt sei nur
ein altes staubiges Nest,
in welchem sich nur eure Lehrer wohl fühlen (ein T-Shirt-Aufdruck:
Weimar – Deutschlehrers Disneyland!), solltet ihr euch selbst davon
überzeugen und vielleicht seid IHR es, die den sagenumwobenen, echten
Schädel von Schiller findet, um so eine neue
Epoche des literarischen und
geistigen Lebens in Weimar zu begründen.
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